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Rovinj

Koordinaten: 45° 4'54.90"N, 13°38'7.77"E

1970 war ich das erste Mal hier und es zieht einen immer wieder hierher, obwohl sich Rovinj zu einer großen Stadt gemausert hat. Rovinj auszulassen, wäre aber ein Fehler. Man muss es halt schaffen, die Touristenmasse, zu der man zwangsläufig zählt, auszublenden.
Vor 40 Jahren konnte man noch die engen Gassen zur Kirche der Hl. Euphemia hinauf gehen, ohne dass man sich all den Kitsch, der hier feilgeboten wird, ansehen musste. Lediglich ein paar Läden gab es, auf denen „Filigran“ zu lesen war und in denen Schmuck verkauft wurde.
Heute ist der Ramsch unübersehbar, es gibt hier einfach alles, was man nicht wirklich brauchen kann: Ketten, Ringe, Ohrgehänge, aus Muscheln Gebasteltes, Fetzen und schräg gegenüber noch schönere Fetzen, Gemälde mit einer üppigen Farbgebung, so dass man sich fragt, ob man je wieder die Wirkung des Halluzinogens los wird.
 
Die Hafenpromenade und die Franziskanerkirche im Hintergrund. Im Frühjahr und Spätherbst ist es hier erträglich ruhig, in der Hochsaison kann man sich hier kaum in geradliniger Bahn bewegen. Außerdem riecht es dann nicht gut, wenn die Fast-Food-Läden und "Grill-Fisch-Pizza-Pasta"-Restaurants Frittierölwolken entlassen.
 
Der Tito-Platz vor dem Eingang in die Altstadt. Hier war einst ein schmaler Kanal, der die auf einer Insel gelegenen Altstadt von der Neustadt trennte. Der Kanal wurde 1763 zugeschüttet. Links steht das Rathaus.
 
Uhrturm mit Markuslöwe
 
Gegenüber des Uhrturms befindet sich der Balbi-Bogen, der Eingang in die Altstadt.
 
Der Markuslöwe über dem Balbi-Bogen mit geöffnetem Buch.
 
Über den Mateotti-Platz mit der schmucken Zisterne gelangt man in die steile Gasse, die geradewegs hinauf zur Kirche der Hl. Euphemia führt.
 
Im Sommer ist es hier gerammelt voll. 1970 gab es auch schon die zum Trocknen aufgehängten Tischtücher und jede Menge an Verkabelung, jedoch ohne Scheinwerfer. Ich kann mich an eine Spelunke erinnern, in der ausschließlich Einheimische saßen und uns unverwandt ansahen, als wir den Gastraum betraten. Als Vierzehnjähriger war mir ein wenig mulmig zumute, aber mein Vater wollte ausgerechnet hier ein Glas Rotwein trinken. Er schwärmte vom Dingač oder Plavac, die es aber hier nicht gab.
 
Die Kirche der Hl. Euphemia mit dem 60 m hohen Campanile.
 
Euphemia von Chalkedon lebte im 3. Jhdt und erlitt den Märtyrertod.
 
Aufnahmen: 24.03.2016