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Rovinj

Koordinaten: 45° 4'54.90"N, 13°38'7.77"E

Rovinj vom Boot aus
Blick aus der Bucht Valdibora
 
Euphemia vom Meer aus
Aufnahmen: 17.05.2022
 
1970 war ich das erste Mal hier und es zieht einen immer wieder hierher, obwohl sich Rovinj zu einer großen Stadt gemausert hat. Rovinj auszulassen, wäre aber ein Fehler. Man muss es halt schaffen, die Touristenmasse, zu der man zwangsläufig zählt, auszublenden.
Vor 40 Jahren konnte man noch die engen Gassen zur Kirche der Hl. Euphemia hinauf gehen, ohne dass man sich all den Kitsch, der hier feilgeboten wird, ansehen musste. Lediglich ein paar Läden gab es, auf denen „Filigran“ zu lesen war und in denen Schmuck verkauft wurde.
Heute ist der Ramsch unübersehbar, es gibt hier einfach alles, was man nicht wirklich brauchen kann: Ketten, Ringe, Ohrgehänge, aus Muscheln Gebasteltes, Fetzen und schräg gegenüber noch schönere Fetzen, Gemälde mit einer üppigen Farbgebung, so dass man sich fragt, ob man je wieder die Wirkung des Halluzinogens los wird.
 
Die Hafenpromenade und die Franziskanerkirche im Hintergrund. Im Frühjahr und Spätherbst ist es hier erträglich ruhig, in der Hochsaison kann man sich hier kaum in geradliniger Bahn bewegen. Außerdem riecht es dann nicht gut, wenn die Fast-Food-Läden und "Grill-Fisch-Pizza-Pasta"-Restaurants Frittierölwolken entlassen.
 
Der Tito-Platz vor dem Eingang in die Altstadt. Hier war einst ein schmaler Kanal, der die auf einer Insel gelegenen Altstadt von der Neustadt trennte. Der Kanal wurde 1763 zugeschüttet. Links steht das Rathaus.
 
Uhrturm mit Markuslöwe
 
Gegenüber des Uhrturms befindet sich der Balbi-Bogen, der Eingang in die Altstadt.
 
Der Markuslöwe über dem Balbi-Bogen mit geöffnetem Buch.
 
Über den Mateotti-Platz mit der schmucken Zisterne gelangt man in die steile Gasse, die geradewegs hinauf zur Kirche der Hl. Euphemia führt.
 
Im Sommer ist es hier gerammelt voll. 1970 gab es auch schon die zum Trocknen aufgehängten Tischtücher und jede Menge an Verkabelung, jedoch ohne Scheinwerfer. Ich kann mich an eine Spelunke erinnern, in der ausschließlich Einheimische saßen und uns unverwandt ansahen, als wir den Gastraum betraten. Als Vierzehnjähriger war mir ein wenig mulmig zumute, aber mein Vater wollte ausgerechnet hier ein Glas Rotwein trinken. Er schwärmte vom Dingač oder Plavac, die es aber hier nicht gab.
 
Die Kirche der Hl. Euphemia mit dem 60 m hohen Campanile.
 
Euphemia von Chalkedon lebte im 3. Jhdt und erlitt den Märtyrertod.
 
Aufnahmen: 24.03.2016
 
Val Cuvi
Im Süden der Stadt befindet sich der parkartig angelegte Strand von Val Cuvi. Das Gebüsch unter dem Dach der Aleppokiefern besteht hauptsächlich aus Mastix und Steinlinden. Mitte Mai ist es hier noch ziemlich ruhig, lediglich ein paar Radfahrer*innen bevölkern die Strandbars. Am Waldrand fallen die Echte Beilwicke, der Rosenlauch und die Acker-Siegwurz auf. Im Schatten des Waldes steht vereinzelt der Schaftmilchstern, an besonnten Stellen mit viel Knollen-Gerste blüht im Mai das Langhaar-Fingerkraut.
 
Leuchtturm
Vor der Küste von Rovinj liegen mehrere Inseln. Den Leuchtturm Sveti Ivan na pučini kann man auch von der Uvala Cisterna aus sehen. An ihm fährt man zwangsläufig vorbei, wenn man die Insel Sveti Ivan besuchen will.
Sveti Ivan
Auf der Doppel-Insel Sveti Ivan ist lediglich eine verfallene Klosteranlage zu sehen. Einen Besuch wert ist allerdings der schöne Steineichen-Lorbeerwald, so wie die Steilküste im Süden der Insel, wo Mitte Mai viele Möwen brüten. Die wehrhaften Vögel mögen es allerdings gar nicht, wenn man sie von ihren Gelegen aufscheucht.
 
Steineiche-Lorbeerwald
Wenige Wege durchqueren die Insel. Von den Bäumen hängen lianenartig die Triebe der Stechwinde. Sehr viel Aronstab ist hier neben Immenblatt, Zottelgünsel und Schaftmilchstern zu sehen. Vor dem Wald zu den Klippen hin wird der Mastix zum Teil vom Etruskischen Geißblatt durchwachsen, auch eine Rauten-Art ist hier zu finden. Auf den Klippen wachsen der Geißkleeartige Hornklee, der Schwert-Lauch (?), die Gliedermelde, der Meerfenchel, der Scharfe Mauerpfeffer und der Salz-Alant.
 
Saline
Etwa 4 km (Luftlinie) nördlich von Rovinj, knapp vor dem Limski kanal, befindet sich die sehenswerte Bucht Uvala Saline, in der früher einmal Salzgärten angelegt waren.
 
Gerinne
Jetzt ist hier eine tolle Halophytengesellschaft ausgebildet: Graue Gliedermelde, Strandflieder, Portulak-Salzmelde und Soda-Salzkraut gedeihen hier prächtig. Über die Triebe der Gliedermelde haben unzählige Labyrinthspinnen ihre Netze gespannt. Die Gerinne sind tief mit rotbraunem Schlamm gefüllt. Der Schlamm wird nach unten hin zunehmend schwarz, geht also in Faulschlamm über. Im Schlamm versteckt finden sich Maulwurfskrebse. Sie aufzustöbern ist eine ziemlich dreckige Angelegenheit.
 
Uvala Saline
Blick hinaus auf die Uvala Saline. In der Bildmitte im Hintergrund erkennt man Vrsar.
 
Färbebecken
Unweit der Uvala Saline befindet sich die Uvala Križ. Hier sind von den Römern in Stein gehauene rechteckige und runde Becken zu sehen. Sie wurden zum Färben von Textilien verwendet. Den Farbstoff lieferten Leistenschnecken wie das Brandhorn oder die Purpurschnecke (Lit).
 
rundes Färbebecken
Aufnahmen: 16. - 19.05.2022