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Gewöhnliche Akelei

(Aquilegia vulgaris agg.)

V — VII Home lichte Wälder, Gebüsche, Wiesen
30 — 60 cm indigen LC
Habitus
Synonyme: Aquilegia vulgaris ssp. nigricans, Aquilegia vulgaris ssp. vulgaris, Aquilegia vulgaris var. varia. Hemikryptophyt-Geophyt, coll-sa. Die Sporne der inneren Perigonblätter sind hakig gekrümmt. Die Farbe des Perigons reicht von blau bis zu blauviolett. Stängel, Blütenstandsachse und Blütenstiele können kahl, aber auch drüsig behaart sein. Die Art A. nigricans tritt erst in der montanen Höhenstufe auf. Bei ihr überragen die Staubblätter die Perigonblätter ähnlich weit wie bei A. atrata, bei der Unterart A. vulgaris ssp. vulgaris nur geringfügig wenn überhaupt (Lit). Die Artengruppe kommt in allen österreichischen Bundesländern vor, indigen aber wahrscheinlich nur im Osten (Lit). Weltweite Verbreitung und Gefährdung siehe Royal Botanic Gardens KEW.
 
Blüte
Die Blütenstiele sind kahl, die Staubblätter ragen kaum bis gar nicht über die Perigonblätter hinaus. Wahrscheinlich findet man in Oberösterreich nur Gartenflüchtlinge.
 
Blüte
 
 
Blätter
Aufnahmen: 28.04.2020 Weißkirchen bei einer alten Schottergrube. Hier wurden Gartenabfälle entsorgt, unmittelbar daneben fand ich Iris sanguinea.
 
Blüten
Die Staubblätter ragen hier weit unter dem Perigon hervor, die Blütenstiele sind drüsig behaart. Es könnte Aquilegia nigricans sein. Aufnahme: 08.06.2019 Schöckl-Südhang in etwa 1100 m Höhe.
 
Aquilegia vulgaris
Zwar auf einem Felsen am Waldrand, aber wahrscheinlich aus einem Garten verwildert. Eine hybride Form - die rosa Farbe deutet darauf hin (Lit).
 
Aquilegia vulgaris
Aufnahmen: 31.05.2009 zwischen Grundlsee und Toplitzsee.

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1883

"1116. A. vulgaris L. (Gemeine A. — Aglei. — Unser lieben Frauen-Handschuh.)
Wurzel spindelig - ästig, mehrköpfig. Köpfe mit Ueberresten abgestorbener Blattstiele besetzt. Stengel 1 — 2' hoch, aufrecht, an der Spitze ästig, 3 — vielblüthig, sammt den Blättern abstehendbehaart oder theilweise kahl. Blatter oberseits bläulichgrün, unterseits hechtgrau bereift, doppelt - 3schnittig. Abschnitte rundlich oder breit verkehrteiförmig, stumpf, 2 — 3lappig. Lappen grob oder eingeschnitten - gekerbt, die grundständigen lang-, die stengelständigen kürzergestielt, die obersten an der Basis der Blüthenäste fast sitzend, 3spaltig mit länglichen Zipfeln. Blüthenstiele übergebogen, nach dem Verblühen aufgerichtet. Kelchblätter abstehend, kurzgenagelt, eiförmig, mit stumpfer Spitze zugespitzt, so wie die Kronblätter in verschiedenen Farben abändernd. Sporn der Kronblätter hakig - gekrümmt. Kapseln länglich, quer-geadert, kahl oder flaumig, geschnäbelt. Enthält bitter-scharfe Stoffe.
Mai — Juni


Aendert ab:

α varia Neilr. (A. vulgaris fl. dan.) Staubgefässe den nur etwas kürzeren Kronsaum überragend. Kelch und Krone violettblau, seltener fleischroth oder weiss, in Gärten zuweilen auch purpurroth und gefüllt.

β nigricans Neilr. (A. atrata Koch. — A. nigricans Baumg.) Staubgefässe den bedeutend kürzeren Kronsaum weit überragend. Kelch und Krone in der Regel kürzer als bei var. a, schwärzlichviolett oder purpurbraun.

 

var. α Auf Berg- und Voralpenwiesen in Wäldern, an buschigen Abhängen, in Auen, auf den verschiedensten Gesteinunterlagen. Auf Gneissabhängen unterhalb Passau und an den Uferwänden der oberen Donau. Ueber Granit der Mühlkreisberge sehr verbreitet, z. B. an bewaldeten Lehnen und unter Gesträuch im Haselgraben, auf Quarzsand am östlichen Abhange des Pöstlingberges, auf tertiären Hügeln am Pfennigberge, z. B. in Buchenwäldern zwischen Plesching und Steyregg und am Luftenberge, ebenso über kalksandigen Anschwemmungen der Haide, z. B. an Waldrändern beim Haidemann, um Neubau u. s. w. Ueber Wienersandstein längs der Hallerstrasse, im Sommersdorfergraben, im Schacher bei Schlierbach, bei Kirchdorf. Ueber Kalkconglomerat um Steyr, Michldorf, Altpernstein u. s. w. Auf den meisten Wiesen der Kalkvoralpen und deren Thäler. Ueber Braunkohlenlagern z. B. bei Wolfsegg.

var. β Auf Voralpenwiesen mit Kalkunterlage, auch mit den Wässern in die Thalsohlen wandernd. Auf Wiesen des Lindauerberges bei Neustift, am Calvarienberge bei Windischgarsten, im Stoderthale. Ueber Grestnerkalk im Wienerwege bei Michldorf, bei Altpernstein in Gesellschaft der var. α auf tertiärem Conglomerat bei Wimsbach, auf Felsen am Traunfalle. Am Ufer der Ager zwischen Stadl bei Lambach und Schwannenstadt. Auf Wiesen am Ufer des Attersees, am Fusse des Schafberges und am Griesberge bei Mondsee, am Wege von Ebensee nach Ischl am Traunufer, auf der Himmelreichwiese bei Gmunden. Ueber Granit, nur ausnahmsweise hinter dem Badhause Mühllacken am Wege zum Ursprung (Mühlkreis)."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, III. Band (Seite 370), Linz 1883, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger der bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 02.03.2026

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