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Purpur-Weide

(Salix purpurea)

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1 — 8 m indigen LC
Salix purpurea
Synonyme: Salix monandra, Bach-Weide. Nanophanerophyt, coll-mont(-sa). Der Laubblattrand ist flach und von der Spitze bis etwa zur Mitte oder wenig darüber hinaus scharf gesägt. Die kahle Laubblattspreite ist über der Mitte am breitesten, schmal verkehrt eilanzettlich und auf der Unterseite hell-blaugrün. Nebenblätter fehlen stets. Die Rinde junger Zweige ist meist purpurn (Lit). Die häufige, teilweise geschützte Art kommt in allen österreichischen Bundesländern in allen Naturräumen vor und ist nur im pannonischen Raum gefährdet (Lit). Weltweite Verbreitung und Gefährdung siehe Royal Botanic Gardens KEW.
 
Salix purpurea
 
 
Salix purpurea
Die Laubblattspreite ist 4-10 mal so lang wie breit, der Laubblattrand flach und von der Spitze bis zur Mitte leicht, aber scharf gesägt. Die Laubblattspreite ist über der Mitte am breitesten. Junge Zweige sind braun bis purpurrot gefärbt.
 
Salix purpurea
Aufnahmen: 15.06.2017 Hintergebirge, Großer Bach
 
Blätter
 
 
Blätter
 
 
Blattunterseite
Aufnahmen: 01.06.2014 Hasenufer, Pucking
 
weibliche Kätzchen
Aufnahme: 26.03.2022 Baggersee Weißkirchen
 
Früchte
Der Fruchtknoten ist dicht und bleibend behaart. Aufnahme: 30.04.2022 Baggersee Weißkirchen

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"399. S. purpurea. L. (Purpurweide, Bachweide.)
Strauch oder kleiner Baum, höchstens 20' Höhe erreichend, mit blaugrünem Blattwerke, Hecken verschnitten oft blühend. Alte Rinde grau. Zweige biegsam, gelblich, röthlich oder graubraun, bald kurz und ausgesperrtästig, bald ruthenförmig verlängert, schlank, aufrecht; innere Rinde über Sommer citronengelb. Blätter verkehrtlanzettlich, gegen die Spitze verbreitert, zugespitzt, vorne gesägt, 2färbig, oberseits dunkelgrün, unterseits bläulich-bereift, jung zuweilen sammt dem sehr kurzen Blattstiele flaumig, später beiderseits kahl. Nebenblätter halbherzförmig oder fehlend. Kätzchen alle, auch die fruchttragenden sitzend, an der Basis mit schuppigen Deckblättern gestützt, vor den Blättern ausbrechend, vor dem Aufblühen in einen weissen oder grauen Pelz gehüllt, walzlich, anfangs gerade, später gebogen. Kätzchenschuppen 2färbig, an der Spitze schwärzlich, behaart. Männliche Kätzchen 1 — 2,5" lang, 2 — 4''' breit, Staubfäden je 2, bis zur Spitze in einen verwachsen; oder nur von der Basis bis zur Mitte einbrüderig verwachsen; Staubkölbchen anfangs purpurroth, dann gelb, verblüht schwarz. Weibliche Kätzchen an Grösse und Behaarung sehr veränderlich, bald sehr dünn und klein, nur 4 — 6''' lang und kaum 1''' breit, bald 1 — 1,5" lang und 2''' breit, bald ziemlich kahl und grün oder graugrün, bald dichtbehaart und weissgrau, die fruchttragenden länger, dicker, gelblich, grün, silbergrau schillernd. Fruchtknoten eiförmig, stumpf, filzig, sitzend. Honigdrüse über die Basis des Fruchtknotens hinaufreichend. Narben fast sitzend, kopfig, gelb oder purpurn. Dient vorzüglich zum Faschinenbaue und zu Flechtwerken, und ist sehr reich an Salicin.
März — April


Aendert ab:

  • α monandra. Neilr. (S. monandra Hoffm. — S. purpurea et Lambertiana Sm. — S. purpurea Sv. bot. — S. purpurea et Helix Sturm. — S. oppositifolia et mutabilis Host.) Die 2 Staubfäden sammt Staubkölbchen in ein Staubgefäss zusammengewachsen.
  • β monadelpha. Neilr. (S. purp. var. monad. Rchb.) Die 2 Staubfäden bis zur Mitte einbrüderig verwachsen, oberhalb gabelig abstehend, jeder sein Staubkölbchen tragend. Diese Verwachsung ist aber nicht konstant, denn es finden sich zuweilen einmännige, einbrüderige und auch 2männige Blüthen an einem Kätzchen, ja sogar, jedoch seltner, findet man männliche und weibliche Kätzchen auf einem und demselben Stamme.

Dient unseren Flussufern zur Befestigung; gemein an fliessenden und stehenden Wässern, ohne Unterschied der Bodenart.

  • α Im ganzen Flachlande und im gebirgigen Theile des Gebietes; ist nächst S. alba, Populus alba und Betula alba Hauptbestandteil unserer Auen. Steigt im Gebirge bis gegen 3000' auf.
  • β Zufällig hier und da unter der Vorigen, z. B. in der Au unter dem Fischer am Gries, in der Bankelmayrau, am Haselbache im Haselgraben.

NB. S. purpureo-viminalis. Wimmer. (S. fissa Hoffmann. — S. rubra Hudson. — S. concolor Host.) Bastard zwischen S. purpurca und S. viminalis.
Strauch bis 15' hoch, alte Aeste aschgrau, junge grüngelb, glänzend, ruthenförmig, biegsam. Blätter lanzettlich oder lineallanzettlich, lang zugespitzt, meist ganzrandig, seltner sanftausgeschweift, gleichfarbig, oberseits dunkelgrün, kahl, unterseits nur blässer, zartseidig behaart, zuletzt oft kahl. Nebenblätter lineal. Kätzchen alle, auch die fruchttragenden sitzend, an der Basis nur von schuppigen Deckblättern gestützt, vor den Blättern ausbrechend. Kätzchenschuppen 2färbig, an der Spitze angebrannt, behaart. Männliche Kätzchen 1 — 2" lang, 2 — 3''' breit, walzlich, Staubfäden 2, bis zur Mitte einbrüderig verwachsen, Staubkölbchen zuerst roth, dann gelb, verblüht schwärzlich. Weibliche Kätzchen 6''' — 1" lang, 3 — 4''' breit, walzlich, graugrün; Fruchtknoten eikegelförmig, filzig, sitzend, Honigdrüse über die Basis des Fruchtknotens hinaufreichend; Griffel verlängert, Narben fädlich, etwas spreitzend. Unterscheidet sich erst bei vollkommen entwickelten Blättern deutlich von den Aeltern, und zwar von S. purpurea und deren Abarten durch einfarbige, gegen die Spitze langverschmälert-zulaufende, von S. viminalis durch kleinere, unterseits nur zartbehaarte, nur in der ersten Jugend schwachseidigglänzende Blätter.
März — April


Ziemlich selten und einzeln unter den Aeltern, in Donauauen bei Wörth, bei Plesching, Mauthausen; an der Traun und an Mühlbächen bei Kleinmünchen, in Auen oberhalb Wels. Auf Inninseln (Reuss).
"

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 338), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger der bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 06.10.2026

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