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Rot-Kiefer

(Pinus sylvestris)

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15 - 30 m indigen LC
Föhrenwald
Synonyme: Waldkiefer, Föhre, Fehrà (oberöster­reichisch). Phanerophyt, coll-mont. Der Stamm älterer Bäume ist zweifarbig: Unten mit einer graubraunen, zu dickeren, länglichen Platten zerrissenen Borke und oben bis in die Krone hinein mit einer fuchsroten Borke. Die Stämme sind besonders im Fichtenwald ("Gfehràt") schlank und geradwüchsig, häufig nur mehr im Kronenbereich beastet. Die Krone ist manchmal schirmförmig verbreitert. Die Kurztriebe tragen zwei 4 - 6 cm lange Nadeln, die Zapfen sind kurz (> 5mm) gestielt, meist nickend und 3 - 6 cm lang (Lit).
 
Baumkrone
Besonders am späten Nachmittag leuchten die Stämme im Kronenbereich fuchsrot bis orange.
 
Borke am Stamm oben
Die Rinde blättert oben in dünnen Schuppen ab.
 
Verzweigung im Kronenbereich
Im Kronenbereich sind die Rot-Föhren reich verzweigt.
 
Borke im unteren Stammbereich
Längsgefurchte Plattenborke von unten bis etwa zur Mitte des Stamms.
 
Nadeln und Zapfen
Hängende Zapfen
 
Nadelbett
Schuppenförmige Blattbasen
 
Nadeln und Zapfen
Aufgegangene Zapfen sind eher kugelig.
 
Zapfen gestielt
 
 
jüngerer Zapfen
Aufnahmen: 29.01.2024 Marchtrenk und Pucking
 
Standort
Rotkiefern sind Flachwurzler. Hier besiedeln sie einen extremen Standort: Den trockenen, felsigen Südhang des Steiner Felsens bei der Schlögener Schlinge.
 
Standort
 
 
Standort
 
 
Standort
Krüppelwüchsig aufgrund des Extremstandortes. Die Borke ist im oberen Bereich des Baumes dünn und rötlich, unten dicker, längsrissig, schwärzlich grau - jedenfalls viel dunkler.
 
Borke
Aufnahmen: 30.04.2012 Steiner Felsen

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"360. P. sylvestris. L. (P. rubra Mill. — P. Mughus Jacq. ic. non. Scop. Gemeine Föhre, Kiefer.)
Baum 30 — 60' hoch, auf rauhen, mageren Gebirgsboden oft krüppelig. Rinde rothbraun, in Schuppen sich lösend, Holz fest, zähe, harzig. Aeste meist quirlig und fast wagrecht abstehend; Blätter zu 2 aus einer Scheide, schmallineal, kantig, an den Kanten rauh, oberseits flach oder rinnig, rückwärts convex, stachelspitz, stechend, starr, 1,5-3" lang, jung meergrün, später dunkelgrün, bleibend. Männliche Kätzchen länglich, 3—4''' lang, schwefelgelb, am Grunde der heurigen Triebe quirlig - ährenförmig gehäuft. — Weibliche Kätzchen oval oder eilänglich, sehr klein, 2—3''' lang, purpurroth, einzeln oder zu 2—6 beisammen im 1. Jahre an der Spitze der heurigen Triebe, im 2. Jahre durch Vorschub neuer Triebe seitenständig, während der Blüthe aufrecht, nach der Blüthe und zur Fruchtreife mit herabgekrümmten Stiele abwärts gerichtet; Deckschuppen auch zur Zeit der Blüthe 2—3mal kürzer als die Fruchtblätter, und von denselben mehr minder verdeckt. Zapfen in der ersten Jugend klein, eikegelförmig, aus hellgrünen Warzen bestehend, später verlängert, länglich, 1,5—2" lang, röthlichbraun, glanzlos, zusammengedrückt, dreiseitig, mit einem verschoben - 4eckigen genabelten Schilde, im Oktober des 2. Jahres reifend, im Frühjahre des 3. Jahres durch Aufklaffen der Zapfenschuppen geöffnet, den Samen ausstreuend; leere Zapfen mit dicken, holzigen, auswärtsgekrümmten, graubraunen Schuppen fallen im Laufe des 3. Jahres erst ab. Zapfenstiele anfangs fast so lang als das verblühte Kätzchen, später aber viel kürzer als der ausgewachsene Zapfen. Samenschale geflügelt, Flügel abfallend. Das Holz liefert Bau- und Brennmateriale. Aus dem Harze wird Theer, Pech, Kolofonium, Kienruss und Kienöl gewonnen; die Rinde als Gärberlohe gebraucht; die abgefallenen Nadeln geben Dünger für den Waldboden.
Mai — Juni

Im ganzen Gebiete in niedrigen Gegenden, selten über 3000' aufsteigend, mit Fagus sylvatica, Pinus Picea, P. alba und Betula alba Wälder, aber selten eigene Bestände bildend. Ueber Gneiss, Granit, sterilen Quarzsand und Tertiärsand der Mühlkreise nur vereinzelt und ziemlich selten, und so wie auf Kalkalluvium der Haide oft strauchartig verkrüppelt. Am Besten gedeiht sie auf Sandboden und Gras sowohl kiesiger als kalkiger Beschaffenheit. Im Traunkreise und Salzkammergute steigt sie von den Thälern auf Dolomit und Kalk der Voralpen. Im Schacherwalde in kleinen, geschlossenen Beständen, in der Grünau, am Georgenberge, bei Hinterburg, am Pröller bei Michldorf, in der Molln, um Gmunden, Wolfgang, Mondsee u. s. w. Auf Filzen der Hochebenen mit sandiger Unterlage zuweilen noch baumartig."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 295), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.

 

 

 Letzte Bearbeitung 30.01.2024